LEBENSKRAFT
UND MISSBRAUCH

Mai 2015

Start www.reschke.de www.selbsterkenntnis-schule.de

Die Bedeutung von Wut

In den bisherigen Einträgen habe ich wiederholt darüber geschrieben, daß es entscheidend sei, die eigenen Empfindungen und Gefühle, und zwar alle, als richtig und berechtigt anzuerkennen. Das war aber noch zu abstrakt. Nehmen wir das Beispiel Wut. (Sexualität, deren Energie übrigens auch damit zusammenhängt, wäre auch ein gutes Beispiel.) Man muß erst einmal dahin kommen, zu kapieren, daß im Grunde jede Wut berechtigt ist. (Eben diese Einsicht zu verhindern, dazu sieht sich aber die Gesellschaft mit ihrer Lügen- und Heuchelmoral verpflichtet. Das heißt, sobald das Erkennen bei einem einsetzt und auch die zugehörigen Energien bei einem selbst in Fluß geraten, entfernt man sich aus dieser Sphäre, mit allen dazugehörigen Konsequenzen.)

Ein einfacher Fall, um das zu erklären: Seit einiger Zeit beobachte ich genauer das Verhalten von Tieren. Wenn Tiere wütend werden, hat es immer einen berechtigten Grund. Das allein bedeutet (auch wenn Menschen nicht mit Tieren gleichzusetzen sind), daß Wut eine bestimmte Aufgabe hat, zumeist Selbstschutz und Wahrung berechtigter Interessen. Beim Menschen verselbständigt sich aber diese Situation und die damit zusammenhängende bzw. davon ausgelöste Energie und steigt in den Kopf (Verstand), wo sie dann auch bleibt und das Denken vergiftet. Die dort aufgestaute Wut (die natürlich auch in den Muskeln, speziell im Bauch und im Rücken, z.T. auch in den Beinen — treten wollen — und in den Armen — schlagen wollen —, zu Blockaden führt, sowie im Kieferbereich — schreien wollen) erscheint dann, vor allem nach Jahren, völlig eigenständig und von konkreten Anlässen abgelöst. Im Unterbewußtsein (Verdrängtes, alte Erinnerungen) sind die eigentlichen Anlässe jedoch immer noch gespeichert.

Der entscheidende Punkt ist nun: Man muß bei sich die Wut wieder zulassen können, und zwar ohne diese Sperre. Der erste Schritt ist: Verständnis, was Wut ist. Der zweite: Wut muß wieder als sinnvolle, berechtigte Kraft verstanden und akzeptiert werden. Der dritte Schritt: Man muß dahin kommen, die eigene Wut zu genießen, statt — wie einsuggeriert — als "böse" und "schlecht" zu verurteilen.

Es wurde schon geschrieben (siehe auch Buch "Vergiftete Kindheit"), daß die Wut an den oder die Adressaten zurückgegeben werden muß. Zurückgeben ist, wie wenn man ein Paket an den Absender zurückgibt. Es muß voll zurückgegeben werden - da, wo es hingehört.

(Damit das nicht mißverstanden wird: Das heißt nicht, anderen Menschen körperlich zu schaden. Das Beispiel mit den Tieren hilft, die richtige Proportion — was ist Selbstausdruck und was nicht — zu wahren.)

GLR
21.5.2015

Meine eigenen Erlebnisse sind sehr persönlich und individuell, spiegeln aber im Rückblick aus mehr als 40 Jahren betrachtet wesentliche Grundmuster der Verdrängung und Zerstörung von Lebenskraft und Authentizität dar. Das ist auch der Grund, warum ich sie ab Mai 2014 öffentlich gemacht habe und weiterhin ausarbeiten werde.

Videos

Hilfreiche Texte

Texte

Buch-Empfehlungen

Video-Empfehlungen

Film-Empfehlungen

www.reschke.de | GLR Bücher | HTML5
Copyright © 2019 Gerd-Lothar Reschke | Impressum | Datenschutz