LEBENSKRAFT
UND MISSBRAUCH

Oktober 2015

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Seinen Stand wahren

Einer von wahrscheinlich mehreren Auslösern war dieses gestrige Video von Nathi:

Jedenfalls hatte ich heute nacht, mit großem zeitlichen Abstand (ich wachte zwischendurch auf und lag sehr lange wach), zwei Träume, die sich komplett von allem unterschieden, was ich bislang geträumt hatte. Ich hatte in dem Eintrag Erinnerungen 4: Das Verbot von 2011 und vielleicht noch woanders erwähnt, daß ich nie an den Punkt gekommen war, mich in den wiederholten Träumen, wo ich von meinem Vater bedroht, geschlagen und gedemütigt wurde, irgendwie zu wehren. Die letzten etwa ein bis zwei Jahre habe ich dann gar nicht mehr von meinem Vater geträumt. Ich habe daraufhin gedacht, das Problem sei gelöst worden — zugleich wußte ich aber, daß die Autoritätsangst in meinem Leben immer noch da ist. (Mir hatte auch jemand gesagt, die Träume, wo ich vom Vater geschlagen würde, wären autoaggressive Projektionen, bei denen ich den schlagenden Vater als Repräsentanten des mich selbst quälenden Anteils quasi selbst projizieren würde.)

In den zwei Träumen heute nacht kam es wieder zu Situationen, in denen ich schweren Vorwürfen ausgesetzt war (aber nicht körperlich angegriffen wurde). Es entstand dieselbe Bedrohung, wie ich sie immer, auch im realen Leben, erlebt habe. Ich reagierte darauf aber völlig anders: nämlich völlig sicher, angstfrei und resolut. Da war etwas, das mich völlig immun gegen den Vorwurf machte. Ich muß hier anmerken, daß das Wichtigste an meinen früheren Erfahrungen, und auch bei den Erfahrungen mit Kunden oder in anderen Lebenssituationen, immer die eigene Unsicherheit gewesen war. Ich hielt mich stets selbst für schuldig. Ich hielt mich sogar dann für schuldig, wenn ich selbst genau wußte, daß ich unschuldig war. Das ist logisch absurd, aber genau darin bestand die Magie der Boshaftigkeit seitens der Eltern. Es ging immer um eine Verpflichtung, Schuld und Scham zu empfinden. Man war ein guter Mensch, wenn man Schuld und Scham empfand, und ein schlechter Mensch, wenn man innere Sicherheit, Würde und Integrität empfand. Das eigentliche manipulative Spiel bestand darin, Schuld und Scham zum Normalzustand zu machen und dadurch den anderen Menschen zum Werkzeug für sich selbst und für die eigene Willkür. Dabei ging es natürlich um Macht, und zwar nicht einfach nur äußerlich, sondern auch auf allen psychischen und mentalen Ebenen.

Ich hatte vor drei Tagen auch eine Auseinandersetzung mit dem Beauftragten einer Kundin gehabt, die mich ziemlich aufgewühlt hatte. Danach hatte ich dann rasende Kopfschmerzen bekommen, die über 24 Stunden angehalten hatten, wonach ich mich völlig krank und zerschlagen fühlte. In der Zwischenzeit bis gestern bereitete ich mich auf den Termin vor, der gestern abend stattfand und der zufriedenstellend ablief. Auch hier hatte ich, weil ich innerlich meinen Stand hielt, ein sehr ruhiges und klares Gefühl gehabt. Auch andere Erlebnisse der letzten Zeit gingen in diese Richtung. Und natürlich handelten auch alle letzten Videos auf beiden Kanälen von dieser Thematik. Deutschland wird ja im Moment auf völlig ungerechtfertigte und demütigende Weise vergewaltigt, und man sieht auch hier die Unfähigkeit der Mehrheit der Menschen, sich dagegen aufzulehnen. Völlig passiv lassen sie sich komplett übervorteilen und entwürdigen. Schon lange sehe ich, daß alles, was ich — aber in sehr krasser Form — in diesem Zusammenhang erlebt habe und wodurch ich psychisch beschädigt worden bin, sich auch im großen politischen Maßstab abspielt. Und was den politischen Maßstab anbetrifft, bin ich um vieles weiter als die große Mehrheit. Nur daß sie so tun, als wären sie nicht betroffen, während ich immer genau wußte, in welcher Form ich zum Opfer gemacht worden bin.

Aus der Opferrolle kommt man aber erst heraus, wenn auch Empörung, Gekränktheit und vor allem die Angst, übervorteilt oder gedemütigt zu werden, psychisch in einem keinen Boden mehr finden, wo sie sich einnisten und breitmachen können. Die Leute meinen ja immer, und im Web läßt sich das überall sehr gut beobachten, daß Empörung und Lamentieren ein Akt politischer Willensbekundung wären. Sie sind aber genau das Gegenteil, nämlich Symptome tiefer Verunsicherung und damit einhergehender Schwäche. Man hat seinen Stand bereits verloren. Wer seinen Stand wahrt, weil er seine Souveränität beibehält und auch nicht daran zweifelt, sie beibehalten zu können, erfährt die Interessenvertretung fast automatisch.

GLR
6.10.2015

Meine eigenen Erlebnisse sind sehr persönlich und individuell, spiegeln aber im Rückblick aus mehr als 40 Jahren betrachtet wesentliche Grundmuster der Verdrängung und Zerstörung von Lebenskraft und Authentizität dar. Das ist auch der Grund, warum ich sie ab Mai 2014 öffentlich gemacht habe und weiterhin ausarbeiten werde.

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