LEBENSKRAFT
UND MISSBRAUCH

Oktober 2015

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Weiter Schwierigkeiten mit der Interessenvertretung

Der "Problemlöser"

Ich muß mir eingestehen, daß ich weiter Schwierigkeiten mit der eigenen Interessenvertretung habe. Ich lasse mich immer noch regelmäßig übervorteilen und bestehe nicht auf meinen Rechten. Und erst jetzt komme ich darauf, daß hier vermutlich auch der Haupt- oder vielleicht sogar der einzige Grund für die wiederkehrenden Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen liegt. Mir ist nämlich aufgefallen, daß vor Phasen starker Kopfschmerzen anscheinend jedes Mal etwas passiert ist, wo ich von anderen unter Druck gesetzt worden bin und mich dann habe ausnutzen lassen.

Insbesondere was geistige Tätigkeiten angeht, vor allem sogenannte "Problemlösungen". Ich äußerte sogar noch stolz vor anderen, daß ich ein geborener "Problemlöser" sei. Ich habe aber nichts für diese Problemlösungen zurückbekommen. Das beste Beispiel ist, daß ich geistige Arbeit wie die in meinem beruflichen Fachgebiet eher als Hobby und freiwillige Freizeitaktivität betrachte anstatt als echte Arbeit. Erst der Hinweis meines Kollegen, ich würde doch auch nicht für Kunden kostenlose Gartenarbeit erledigen, brachte mich auf meinen Irrtum.

Das Sich-Schönreden der Vergangenheit

Außerdem ist mir erst allmählich und in den letzten Tagen aufgefallen, daß ich mir den Mißbrauch und die gehässigen Demütigungen seitens meiner Eltern immer noch schönrede. Dieses reflexhafte Schönreden kenne ich zur Genüge von anderen, und dort macht es mich jedesmal wütend. Es ist nichts anderes als Verdrängen, und viele an die Gesellschaftsmoral stark Angepaßte benutzen solche Argumente auch, um jegliche Form von Mißbrauch gegenüber unschuldigen und wehrlosen Kinder auf harte, selbstgerechte und unerbittliche Weise zu rechtfertigen bzw. um den, der wagt, so etwas noch zur Sprache zu bringen, zu diskreditieren, ja, mehr noch, als böse, hartherzig und verdorben hinzustellen.

Das Schönreden im eigenen Fall hat damit zu tun, daß ich mir eine gute Erinnerung erhalten will, die aber nicht auf Tatsachen, sondern auf Wünschen und Fantasievorstellungen beruht — sozusagen die wunderbare Kindheit mit den schönen Erlebnissen. Die schönen Erlebnisse gab es auch, aber nur, wenn meine Eltern (und v.a. mein Vater) nicht anwesend waren. Ich schuf sie mir selbst in separaten Umgebungen und Tätigkeitsfeldern, z.B. bei Abenteuern, die wir unter Kameraden unternahmen.

Was mir nun aber vermehrt hochkommt, ist die Atmosphäre kontinuierlicher Herabsetzung und Mißachtung, die bei uns zuhause geherrscht hat. Und was mir dann erst recht hochkommt, ist das Eingeständnis, in meiner Wesensart nicht nur nicht gefördert, sondern ständig bekämpft und unterdrückt worden zu sein. Ich hatte mir das — wie es auch die Schönredner tun —, so erklärt, als wäre das damals die allgemeine Norm gewesen. Ich hatte es aber nicht meinen Eltern als Personen zugeschrieben. Daß das aber nötig und auch die Wahrheit ist, wird mir erst jetzt klar. Es handelt sich um einen bestimmten Charakterzug, der auf die Mißachtung der berechtigten Lebensinteressen eines Kindes (insbesondere meines Bruders und mir, weit weniger aber bezüglich meiner dann meistens unterstützten jüngeren Schwester) hinauslief. Denn diese Menschen haben sich selbst bei weitem nicht genauso behandelt wie ihre Kinder (das hatte ich mir beim Schönreden stets weiszumachen versucht). Als wertvoll empfanden sie sich selbst — nicht aber ihre Kinder. Die Kinder waren nur da wichtig, wo sie dazu dienten, den eigenen Wert zu untermauern, also z.B. um Leistungen vorzuzeigen, die man sich dann selbst zugute halten konnte.

GLR
13.10.2015

Meine eigenen Erlebnisse sind sehr persönlich und individuell, spiegeln aber im Rückblick aus mehr als 40 Jahren betrachtet wesentliche Grundmuster der Verdrängung und Zerstörung von Lebenskraft und Authentizität dar. Das ist auch der Grund, warum ich sie ab Mai 2014 öffentlich gemacht habe und weiterhin ausarbeiten werde.

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