LEBENSKRAFT
UND MISSBRAUCH

GLR: Erinnerungen

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Manipulationen meiner Mutter

Erinnerungen

Die Hauptlüge

Meine Mutter benutzte mich, als ich ca. 12-17 Jahre alt war, als angeblich "einzig echten Vertrauten". Sie erzählte mir, sie könne es mit meinem Vater kaum noch aushalten und überlege oft, ob sie ihn nicht verlassen solle. Sie habe Angst vor ihm. Ich kann mich noch genau an die Formulierung erinnern: "Wenn ich schon das Garagentor höre, wird mir ganz anders." Sie sei aber aus materiellen Gründen von ihm abhängig.

Betrat er dann aber den Raum (manchmal merkte er, daß wir über ihn gesprochen hatten), veränderte sie völlig ihr Verhalten.

Erzwungene Zärtlichkeit

Ich habe mich schon sehr früh, ca. ab 10, gewehrt, wenn sie mich umarmen wollte. Das hat sie aber nicht interessiert; sie hat es dann erzwungen. Das hat meinen Ekel noch mehr erhöht. Ich wollte nachher überhaupt nicht mehr, daß sie mich berührt.

Mir fällt noch ein, daß dieses erzwungene Umarmen eine richtige Politik von meiner Mutter wurde. Auch die anderen wollten sich nicht mehr von ihr berühren lassen. Sie hat das dann aber immer „arrangiert“. Sie machte auch Bemerkungen wie: „Ich weiß, ihr seid schon zu groß, als daß man euch noch umarmen darf, aber jetzt, in dieser wichtigen Situation, werdet ihr das ja wohl ausnahmsweise doch mal erlauben.“ Den Vorwurf, man sei gefühllos, benutzte sie, um einen zu diesen auf sie bezogenen Sympathiebezeugungen zu nötigen.

Sentimentalität und Kälte zugleich

Meine Mutter schickte an uns drei Kinder Kopien eines handschriftlichen Tagebuchs 1960-1961. Ich war entsetzt, weil sie die Kinder mit einem klinischen, scheinobjektiven Blick wie von außen beschrieb; mich erinnerte das an Käfighaltung von Hamstern oder Meerschweinchen oder Aquarienfischen, wo man sich über die Verhaltensweisen der Lebewesen amüsiert und diese unterhaltsam findet. Die eigenen Kinder als Studienobjekte!

In der Familie wurde sie als die Herzliche und Gefühlvolle angesehen bzw. hatte diese Rolle inne. An besagtem Tagebuch merkte ich aber, daß sie in der ganzen Zeit nicht mitbekommen hatte, wie ich fühlte und was in mir vorging. Sie fragte auch nie. Mich hat unglaublich wütend gemacht, daß sie in dem Tagebuch über mich öfters schreibt: "Lothar weinte", aber offenbar an den Gründen gar nicht interessiert war.

In einer Textstelle behauptet sie, ich hätte im Badeurlaub an der Cote d'Azur (nachts) geweint, weil ich unbedingt schwimmen lernen wolle, aber nicht den erwünschten Erfolg habe. Nichts könnte von der Wahrheit entfernter sein! In Wirklichkeit stand ich ständig unter der Nötigung meines Vaters, endlich schwimmen lernen zu müssen, weil ich sonst feige, eine Memme, unsportlich und zurückgeblieben sei.

Die Sache mit dem Schwimmen ist in anderen Erinnerungen genauer beschrieben. Hier nur soviel: In unserem ersten Badeurlaub überhaupt, in Jugoslawien an der Adria, fing es schon damit an, daß mein Vater mir unbedingt das Schwimmen beibringen wolle. Da war ich wohl so ca. 10-11 Jahre alt und extrem hager und dünn. Ich hatte praktisch kein Fett am Körper. Er hielt mich damals flach an der Wasseroberfläche, und ich sollte Schwimmbewegungen machen. Er dachte dann wohl, das sei genug, daß ich von selbst oben bleiben würde, und ließ los. Ich ging unter und sog in meiner Panik die Lunge mit Salzwasser voll. Ich dachte, ich würde ertrinken. Mein Vater zog mich wieder heraus und bekam einen Lachanfall. An die Situation kann ich mich sogar noch heute genau erinnern. Von dem Moment an traute ich ihm überhaupt nicht mehr.

Es kann nicht sein, daß meine Mutter das alles während der wochenlangen Strandaufenthalte — wir waren jeden Tag ganztägig am Meer, und es ging jahrelang darum, daß ich "endlich" schwimmen lernen sollte — nicht mitbekommen hat.

Im Tagebuch schreibt sie weder über eigene Erlebnisse oder Gefühle noch über ihre Ehe oder über meinen Vater, oder wie mein Vater sich mir oder meinem Bruder gegenüber verhielt.

Das Verleugnen und Vertuschen

Meine Mutter gab nichts von den Mißhandlungen zu, was mein Vater nicht vorher selbst zugegeben hatte. Sie schrieb mir Briefe, in denen sie mit aufwendigen Erklärungen die Gewalttaten und Gehässigkeiten meines Vaters mir gegenüber zu erklären versuchte: Ich hätte ihn gereizt, er hätte nicht anders gekonnt, er wäre unter großem beruflichen Streß gestanden, seine Doktorarbeit hätte zuviel von ihm abverlangt, er sei so erzogen worden, in den 1950er und 1960er Jahren sei das Schlagen überall in den Familien üblich gewesen usw. usf.

Daß er mich geschlagen, beschimpft und gedemütigt hat, auch in ihrer Anwesenheit, hat sie verbal nie offen zugegeben, sondern sie benutzte einmal eine Formulierung: "Ich habe ja schon gemerkt, daß er dich hart rangenommen hat." Als ich zurückfragte, was sie damit meinte, kam keine verständliche Aussage mehr.

Meine Mutter ist eine Meisterin im Ausweichen, Themawechseln, Konzentrationsstörungen beim Reden, Ablenken. Nagelt man sie fest ("kannst du vielleicht mit Ja oder Nein antworten?") fängt sie an, sinnlose Sätze zu bilden: Sie fängt einen Gedankengang an, verheddert sich mit der Suche nach Begriffen, fängt wieder an usw. Das kann mehrere Minuten lang dauern. Sie überlegt immer vorher, wie sie etwas formulieren soll. Kein Satz kommt spontan und von Herzen. Treibt man sie in die Enge, behauptet sie, sie sei "rhetorisch nicht so begabt", oder sie beginnt zu weinen. Ihre Art, diplomatische Formulierungen auszudenken, ähnelt frappant der von Politikern, die Interviewfragen beantworten.

Meine eigenen Erlebnisse sind sehr persönlich und individuell, spiegeln aber im Rückblick aus mehr als 40 Jahren betrachtet wesentliche Grundmuster der Verdrängung und Zerstörung von Lebenskraft und Authentizität dar. Das ist auch der Grund, warum ich sie ab Mai 2014 öffentlich gemacht habe und weiterhin ausarbeiten werde.

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