LEBENSKRAFT
UND MISSBRAUCH

Destruktive Mechanismen

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Das lebenslange Leiden am völligen Mißerfolg — Zusammenfassung


Im nachhinein betrachtet kann ich alles, was mein Verhältnis zu Frauen betrifft, nur als eine einzige große Katastrophe, als einen totalen Reinfall bezeichnen. Es ist lebenslang nicht ein einziges Mal zu einer befriedigenden, harmonischen, in sich stimmigen Kontaktaufnahme gekommen.

Das macht mich auch deshalb sehr traurig, weil ich nicht nur an Frauen interessiert, sondern überdurchschnittlich von ihnen fasziniert gewesen bin. Ich habe mich immer stark zu Frauen, besonders zu attraktiven Frauen, hingezogen gefühlt. Als umso schlimmer und unangenehmer habe ich den lebenslangen Mißerfolg empfunden.

Was hat das nun mit dem Mißbrauch zu tun? Ist es nicht einfach nur eine Unfähigkeit oder ein Versagen meinerseits gewesen?

Jahrzehntelang habe ich versucht, den Punkt zu finden, wo die innere Blockade aufzulösen wäre. Es hat sich immer gleich angefühlt: Sobald mich eine Frau interessierte und ich mit ihr gerne Kontakt gehabt hätte, fühlte ich mich schlagartig völlig unwürdig. Ich konnte den Frauen dann schon gar nicht in die Augen schauen; instinktiv senkte ich den Blick. Ich fühlte mich schuldig, "wie Dreck". Es gab keinerlei Grundlage, auf der ich ein Wissen oder Bewußtsein hätte aufbauen können, dem Gegenüber irgendetwas an Wert oder Interesse bieten zu können.

Versuchte ich es dann trotzdem — und über längere Zeit habe ich es versucht, habe mich "überwunden", weil man mir dazu geraten hatte und weil ich mich mit dem Einwand, ich wäre einfach zu feige oder zu ängstlich, zu konfrontieren versucht hatte —, so wurde es nur immer schlimmer. Es wurde zu einer mühseligen, verabscheuten Pflicht. Mehrmals bin ich sogar durch das Hindernis der Beklemmung und des Unwohlseins hindurchgelangt und habe mich danach eindeutig besser gefühlt, aber jedes Mal kam es zu dem zweiten Problem, nämlich daß mich die Frauen, wenn nicht sofort, so doch z.B. bei einem verabredeten Treffen, fallenließen, teilweise sogar verächtlich und gehässig behandelten. (Dazu mehr unter der Rubrik "Zerstörte und verratene Weiblichkeit — Die Krankheit unserer heutigen Kultur", denn ich sehe darin kein eigenes Versagen und nicht wirklich einen berechtigten Grund, sondern ein weitere Ausprägung des Mißbrauchs-Themas, diesmal vor allem deutsche Frauen betreffend).

Ich bin mittlerweile zu der Erkenntnis gelangt, daß hier etwas von vornherein schiefläuft, ja grundlegend zerstört und beschädigt worden ist, und zwar nicht durch meine Schuld oder Verantwortung. Es handelt sich eindeutig um Mißbrauchsfolgen. Ich habe die Mißbrauchsberichte auch nicht ausgeschmückt, um mich hier nun rechtfertigen zu können. In Ansätzen, in sehr wenigen Momenten, und nur innerhalb bestimmter Therapieumfelder oder Arrangements, habe ich einen freien erotischen Umgang nicht nur bei mir, sondern auch bei den anderen Anwesenden erlebt; ich habe ihn auch im Ausland und in anderen Kulturen als wesentlich authentischer erlebt; daher bin ich inzwischen sicher, daß nicht nur bei mir Vergiftungen und Zerstörungen vorliegen, sondern auch bei fast allen deutschen Frauen, und daß ein natürliches, freudvolles, spontanes und befriedigendes Miteinander extrem selten ist. Ich sehe mich als "Schlachtfeld", auf dem jahrhundertelange, zum großen Teil durch christliche Lügen- und Heuchelmoral verursachte, Verdrehungen und Perversionen ausgetragen worden sind.

Ich habe eine gute Ahnung, was Freiheit ist, und auch, was freie Sexualität ist, aber davon erlebe ich hier nichts — eben weil man das in diesem Bereich nun mal nicht nur alleine erleben kann.

GLR
7.6.2014

Meine eigenen Erlebnisse sind sehr persönlich und individuell, spiegeln aber im Rückblick aus mehr als 40 Jahren betrachtet wesentliche Grundmuster der Verdrängung und Zerstörung von Lebenskraft und Authentizität dar. Das ist auch der Grund, warum ich sie ab Mai 2014 öffentlich gemacht habe und weiterhin ausarbeiten werde.

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