LEBENSKRAFT
UND MISSBRAUCH

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Ungleichgewichtige Beziehungs-Verhältnisse zugunsten des Täters

QUELLE: http://www.aufrecht.net/utu/verzeihen.html [Ersatzlink]

Ungleichgewichtige Beziehungs-Verhältnisse zugunsten des Täters (die oft vom Opfer gar nicht bemerkt werden), die dieser auf dem Schleichweg der vorgeblichen Verzeihung erreicht oder gefestigt hat, tragen den Charakter der Wiederholung [Ersatzlink] und können dir schaden! Ein wesentliches Kern-Merkmal von sexuellem oder physischem Missbrauch ist ja gerade die Ungleichgewichtigkeit der Beziehung bei der Ausführung der Tat! Wenn ein angeblicher Helfer dieses Risiko der stukturellen Ähnlichkeit einer „Verzeihung“ mit den Tat-Beziehungsstrukturen nicht sehen will oder es bagatellisiert [Ersatzlink], suche dir andere Helfer!

Ein Therapeut, der auch nur unterschwellig Andeutungen macht, dass man über die Frage der Täter-Verzeihung (oder in der christlichen Variante „Versöhnung“) nachdenken sollte, ist für die Behandlung von sexuellem Missbrauch ungeeignet. Eine „falsche“ oder gar (gegen dissoziativ abgespaltene Persönlichkeits-Anteile ideologisch) erzwungene Täter-Verzeihung kann einen im Heilungsprozess um Jahre zurückwerfen. Es gibt sehr viel wichtigere Fragen mit wirklich existentieller Bedeutung für Überlebende. Allenfalls kann sich die Frage nach der Täter-Verzeihung am Ende der Therapie stellen. Am Anfang ist es dagegen ein gefährliches Gift. Außerdem ist Täter-Verzeihung zur Heilung generell nicht notwendig! Dies wird von mehreren Therapie-Richtungen und Experten ausdrücklich bestätigt (u.a. Alice Miller, Ursula Enders,… die Liste lässt sich fast beliebig fortsetzen).

Wichtiger Hinweis: einige christliche Autoren wie z.B. Anselm Grün behaupten oder suggerieren, man könne nur inneren Frieden finden, wenn man verzeihe. Dies ist (auch laut Konsens mehrerer Therapie-Experten) definitiv falsch! Eine falsche, viel zu frühe, vielleicht sogar überhaupt nicht mögliche Verzeihung (z.B. weil der Täter uneinsichtig ist / leugnet / bagatellisiert / verdreht oder vielleicht sogar weiterhin Kinder missbraucht) stört im Regelfall den inneren Frieden des Opfers ganz massiv, und zwar weil man u.a. suggeriert bekommt, man wäre nicht fähig zu verzeihen! Die durch das Lesen derartiger Bücher suggerierte angebliche „Unfähigkeit“ zur Verzeihung kann ganz massive Schuldgefühle [Ersatzlink] auslösen. Auf diesem Weise kann man im Teufelskreis der ursprünglich vom Täter ausgehenden Schuld- und Schamgefühle hängen bleiben und gerade dadurch nicht wirklich fähig zu einer (nicht unbedingt notwendigen) Verzeihung werden!

Selbst nach katholischer Lehre (z.B. die Lehre von den fünf b's) sind vor der Vergebung mehrere Vorbedingungen zu erfüllen, damit Gott (nicht ein Mensch!) jemandem verzeihen kann. Die wichtigsten davon sind Einsicht in die Schuld (Bereuen), das (im Urchristentum sogar öffentliche) Bekennen der Schuld, und das Wiedergutmachen des eingetretenen Schadens. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, dann ist nach katholischer Lehre keine sakramentale Absolution möglich. Dies scheint wohl den Leuten nicht bekannt zu sein, die immer wieder fordern, Opfer müssten ihren Tätern bedingungslos aus freien Stücken verzeihen!

Viele Überlebende sind und bleiben stabiler, wenn sie ihrem Peiniger nicht verzeihen. Wenn sich ein Therapeut selbst beherrscht und die Frage anfangs nicht thematisiert, dabei aber unbewusst auf eine bestimmte Lösung dieser Frage hinarbeitet, ist das ebenfalls schädlich.

Deshalb: Kümmere dich nicht um den Täter. Fange an, dich selbst gut zu behandeln. Werde wie ein guter Vater und eine gute Mutter zu dir selber. Das hilft dir mehr als alles andere!

Meine eigenen Erlebnisse sind sehr persönlich und individuell, spiegeln aber im Rückblick aus mehr als 40 Jahren betrachtet wesentliche Grundmuster der Verdrängung und Zerstörung von Lebenskraft und Authentizität dar. Das ist auch der Grund, warum ich sie ab Mai 2014 öffentlich gemacht habe und weiterhin ausarbeiten werde.

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